Ratgeber

Innentüren: Arten, Oberflächen und Zargen

Röhrenspan oder Wabe, CPL oder Lack, Umfassungs- oder Blockzarge: wie Innentüren aufgebaut sind und welche Ausführung zu welchem Raum passt.

Redaktion Dvery · Stand 27. Oktober 2026

Innentüren trennen Räume, dämpfen Geräusche und prägen das Wohngefühl stärker, als man denkt. In einer typischen Wohnung stecken acht bis zwölf davon, entsprechend wirkt sich jede Entscheidung mehrfach aus: auf das Budget, auf die Optik und auf den Alltag.

Dieser Bereich erklärt, wie eine Innentür aufgebaut ist, welche Varianten es gibt und worauf Sie beim Kauf achten sollten. Die genauen Maße und einen Rechner für Normgrößen finden Sie im Bereich Türmaße.

Aufbau einer Innentür

Eine Innentür besteht aus drei Hauptteilen:

  • Türblatt: der bewegliche Teil. Es kann gefälzt sein (mit umlaufender Stufe, die auf der Zarge aufliegt) oder stumpf einschlagend (bündig in der Zarge).
  • Zarge: der Rahmen in der Wandöffnung. Er nimmt die Bänder und das Schließblech auf.
  • Beschlag: Drückergarnitur, Schloss und Bänder.

Dazu kommen Dichtung, Schließblech und gegebenenfalls Lüftungsgitter oder Glasausschnitt.

Türblatt-Einlagen: Gewicht, Stabilität, Schallschutz

Die meisten Innentüren sind nicht aus massivem Holz, sondern bestehen aus einem Rahmen mit Deckplatten und einer Einlage. Sie bestimmt, wie schwer, stabil und schalldämmend das Türblatt ist.

Einlage Eigenschaften Geeignet für
Wabe (Papier- oder Pappwabe) leicht, günstig, wenig stabil, kaum Schallschutz Abstellraum, selten genutzte Räume
Röhrenspan deutlich schwerer, stabil, besserer Klang beim Schließen Wohn- und Schlafräume, Standardwahl
Vollspan schwer, sehr stabil, bessere Schalldämmung Schlafzimmer, Arbeitszimmer, Bad
Massivholz natürliches Material, aufarbeitbar, arbeitet mit dem Raumklima Altbau, Landhausstil

Wer Ruhe im Arbeits- oder Schlafzimmer möchte, sollte nicht nur auf die Einlage achten. Schallschutz hängt auch an der Dichtung in der Zarge und am Spalt über dem Boden. Spezielle Schallschutztüren werden mit einem geprüften Schalldämmmaß angeboten.

Oberflächen im Vergleich

  • Dekorfolie: günstigste Variante, große Auswahl an Holz- und Unifarben, aber weniger widerstandsfähig gegen Stöße und Kratzer.
  • CPL: mehrlagiges Schichtpressstofflaminat, sehr robust und pflegeleicht. Gute Wahl für Familien und viel genutzte Türen.
  • HPL: noch höher verdichtet, besonders widerstandsfähig, eher im Objektbereich.
  • Lack (meist Weißlack): wirkt hochwertig, kleine Schäden lassen sich ausbessern. Etwas empfindlicher als CPL.
  • Echtholzfurnier: dünne Schicht echten Holzes mit natürlicher Maserung. Jede Tür sieht ein wenig anders aus.

Für Bad und Küche zählt zusätzlich die Feuchtebeständigkeit der Kanten. Bei Feuchträumen lohnt der Blick ins Datenblatt, ob die Tür dafür freigegeben ist.

Zargenarten

Die Zarge muss zur Wand passen, sowohl in der Öffnung als auch in der Tiefe. Im Wohnbau sind diese Varianten üblich:

  • Umfassungszarge: umschließt die Wand von beiden Seiten mit Futter und Bekleidungen. Standard bei Holztüren im Wohnbereich. Die Zargentiefe muss zur Wandstärke passen, kleine Abweichungen gleichen verstellbare Bekleidungen aus.
  • Blockzarge: ein massiver Rahmen, der in der Laibung sitzt. Häufig im Altbau oder bei Renovierungen, wenn die Wandstärke stark schwankt.
  • Stahlzarge: wird meist schon im Rohbau gesetzt, sehr robust, häufig in Keller, Technikraum und Mehrfamilienhaus.

Messen Sie die Wandstärke an mehreren Stellen, einschließlich Putz und Fliesen. Bei der Bestellung geben Händler meist einen Bereich an, für den eine Zargentiefe passt.

Der Anschlag beschreibt, auf welcher Seite die Bänder sitzen. Stellen Sie sich auf die Seite, zu der die Tür aufgeht, sodass Sie die Bänder sehen. Sitzen die Bänder links, ist es eine DIN-links-Tür, sitzen sie rechts, eine DIN-rechts-Tür. Ein falsch bestellter Anschlag lässt sich bei Normtüren nicht einfach umbauen, deshalb lohnt es sich, das vor der Bestellung zweimal zu prüfen.

Glasausschnitt, Lüftung und Sonderfunktionen

Ein Glasausschnitt bringt Licht in fensterlose Flure. Bei Glas in Türen ist Sicherheitsglas üblich, damit im Bruchfall niemand verletzt wird. Für Bad oder Gäste-WC ohne Fenster sehen Planer oft ein Lüftungsgitter oder einen größeren Bodenspalt vor. Ganzglastüren und Schiebetüren sind ein eigenes Thema, siehe Schiebetüren und Glastüren.

Für Wohnungseingangstüren im Mehrfamilienhaus gelten andere Anforderungen an Schall-, Klima- und teils Brandschutz. Sie sind keine Innentüren im üblichen Sinn, mehr dazu unter Brandschutz- und Sicherheitstüren.

Beschläge und Schlösser

Bei Zimmertüren reicht meist ein Buntbartschloss. Für Bad und WC gibt es Schlösser mit Bad-Olive und Notöffnung von außen. Wer einzelne Räume abschließen möchte, etwa das Arbeitszimmer, kann ein Schloss mit Profilzylinder wählen. Drücker gibt es mit Rosette oder Langschild. Eine Übersicht über Schlossarten bietet der Bereich Schlösser und Beschläge.

Kaufen: Komplettelement oder Einzelteile

Im Handel gibt es Innentüren als Komplettelement (Türblatt, Zarge, Beschlag und Dichtung aufeinander abgestimmt) oder einzeln. Das Komplettelement ist einfacher, weil Bandsitz, Schlossposition und Falzmaß sicher zusammenpassen. Einzelteile lohnen sich, wenn nur das Türblatt getauscht wird.

Vor der Bestellung klären:

  1. Normmaß der Öffnung und Höhe ab fertigem Fußboden
  2. Wandstärke für die Zargentiefe
  3. Anschlag DIN links oder DIN rechts
  4. Einlage und Oberfläche
  5. Schlossart (Buntbart, Bad, Profilzylinder)
  6. Glasausschnitt ja oder nein

Renovieren statt tauschen

Nicht jede alte Tür muss raus. Massive Holztüren aus dem Altbau lassen sich abschleifen und neu lackieren, verzogene Türen nachstellen und klemmende Türen oft mit wenigen Handgriffen richten. Folieren ist eine weitere Möglichkeit, das Aussehen zu ändern, ohne die Tür auszubauen. Wie der Einbau neuer Türen abläuft, erklärt der Bereich Türen einbauen.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Was ist der Unterschied zwischen Wabe und Röhrenspan?
Beides sind Einlagen im Inneren des Türblatts. Die Wabeneinlage besteht aus einem Papier- oder Pappwabenkern, ist leicht und günstig, aber wenig stabil und schalldämmend. Röhrenspan ist eine Spanplatte mit Röhren, deutlich schwerer und stabiler. Vollspan ist noch massiver und wird für besseren Schallschutz eingesetzt.
Welche Oberfläche ist am robustesten?
CPL (Continuous Pressure Laminate) gilt als besonders stoß- und kratzfest und eignet sich für stark genutzte Türen in Kinderzimmer, Flur oder Bad. Dekorfolie ist günstiger, aber empfindlicher. Lackoberflächen wirken edel und lassen sich ausbessern, zeigen aber Macken eher.
Kann ich nur das Türblatt tauschen und die alte Zarge behalten?
Ja, wenn die Zarge intakt ist und ein Normmaß hat. Dann passt ein neues Türblatt im gleichen Maß und mit gleichem Anschlag. Bei älteren Zargen sollten Bandposition und Falzmaß geprüft werden, weil Bänder an anderer Stelle sitzen können.
Wie viel Luft braucht eine Innentür über dem Boden?
Normtürblätter haben unten einen Spalt, der vor allem für das Nachströmen der Luft und für Bodenbeläge gedacht ist. Wird ein dickerer Bodenbelag verlegt, kann das Türblatt gekürzt werden. In Räumen mit Lüftungsanlage gibt der Planer oft einen Mindestspalt vor.

Zuletzt überarbeitet am 27. Oktober 2026 von der Redaktion Dvery.